Minütlich enthusiasmierter der Veranstaltung „Rewrite the Web“ beigewohnt, ein Think Tank für Autoren, Agenten und Verleger, veranstaltet vom Epublisher Epubli und der Lese-App Readmill. Wie sehr die Technik die Lesegewohnheiten beeinflusst. Dass sich etwas verändert hat, findet schon mal in der Arbeitssprache Ausdruck. We speak English. Das Lesegerät nicht nur der Zukunft, sondern schon jetzt: nicht der Kindle, nicht das Tablet. Das Samrtphone. Der schlichte Grund – weil man das immer bei sich hat und sich auch nicht schämt, es in der Ubahn raus zu holen (Tablet-Besitzer sind in der Tech-Szene als Douchebags verschrien.) Als ich vor anderthalb Jahren den Vetrag für die Oper unterschrieb, war erschien das Thema Ebook nebensächlich. Heute machen Ebooks 15% des Umsatzes aus. Allerdings sind die Anbieter pfiffiger und zeitgemäßer als die Print-Verlage und passen sich dem Markt schneller und effektiver an. Ganz zu schweigen davon, dass die Gewinnstrecke bei einem verkauften Ebook durch einen Epublisher ca 60% des Verkaufspreises ausmacht – also rund 10mal soviel wie bei einem Print-Exemplar oder einem Ebook, das über einen Print-Verleger verkauft wird.
Meine anfängliche Skepsis wurde schließlich komplett ausgeräumt, als die charismatische Selfpublisherin Joanna F. Penn ihren Vortrag hielt und auf Hybrid-Modelle verwies. Das Ebook per Self-Publishing, einen Print-Vertrag kannst Du immer noch klar machen. Klar – Promo nimmt dir dann niemand ab, aber sie schlug auch Marketing-Modelle vor, die man als Autor ziemlich easy selbst umsetzen kann. Der entschieden höhere Umsatz pro Buch rechtfertigt die Marketing-Ausgaben. Das Ebook also selber veröffentlichen, das Printbuch dem Verlag überlassen, der sich ohnehin schwer tut, was das Netz angeht, was man schon an hilflosen Facebook-Auftritten sieht. Leser folgen nicht Verlagen. Leser folgen Autroen.

Neben den ganzen spannenden Informationen rund ums Verwerten blieb eine Grundlage klar – das Buch ist ein emotionales Produkt, es macht was mit dem Leser, und wenn es das Richtige mit dem Leser macht, dann bist Du als Autor ein Held. Das höchste Ausmaß an Wertschätzung eines Autoren ist erreicht, wenn einem ein Ausrutscher verziehen wird und das folgende Buch trotzdem gekauft wird.

Es war etwas ungewöhnlich für mich in so geballter Dosierung Informationen zu bekommen und zu verwerten. Wie ein Blockseminar an der Uni, und das ist ja schon ne Weile her. Dies aber in sehr angenehmer Umgebung, an Seite meiner wunderbaren Agentin, deren Sachbuch-Kollegin, dem Agenturchef und einiger weiterer Simon-Autoren. Und – der Kaffee (companioncoffee.com) und das Lunch waren köstlich!

Völlig beschwingt verließ ich die Veranstaltung, froh die Tech-Kids zu verstehen und Einblick in eine Welt bekommen zu haben, in der ich mich mehr und mehr aufhalten werde. Ein weiterer Nebenaspekt – Lust bekommen, etwas Neues zu schreiben. Richtiggehend LUST. Und stellnse sich vor – als Autor das letzte Wort beim Cover haben zu dürfen – HIMMLISCH!

Auf ganz anderer Ebene – gefüllte Seminarräume besuchen, in einem Workshop frei zu sprechen, Sachen, die für mich früher den größtmöglichen Horror bedeutet hätten – anfangs, beruhend auf Erinnerungen – etwas befremdlich, im Verlauf aber fast vollständig weggewischt.

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